Eine ganze Frau – ohne Skalpell!
Kunst- und Literaturwettbewerb Auf den ersten Blick scheinen weibliche Genitalverstümmelung und kosmetische Genitaloperationen ganz unterschiedlich zu sein.
Weibliche Genitalverstümmelung (Female Genital Mutilation = FGM) ist eine rituelle, Jahrtausende alte Praxis, bei der die äußeren Geschlechtsorgane einer Frau teilweise oder vollständig entfernt werden. Es wird überwiegend in weiten Teilen von Afrika sowie einigen arabischen und asiatischen Ländern, aber auch innerhalb von Migrantengemeinden in Europa, den USA, Kanada, Australien und Neuseeland praktiziert.
Genital-kosmetische Chirurgie ist eine moderne Praxis, die von Frauen in unserer von Jugend und Schönheit besessen Kultur vorgenommen wird, um das Aussehen ihrer Genitalien zu verbessern.
Obwohl beide Praktiken sich in den unterschiedlichsten Teile der Welt aus unterschiedlichen Überzeugungen entwickelt und unterschiedlichen Auswirkungen haben, sind bei näheren Hinsehen jedoch ähnlicher, als sie zunächst erscheinen. Bei beiden Praktiken handelt es sich um die Modifikation weiblicher Genitalien, die ohne medizinische Begründung durchgeführt wird. Beide Praktiken basieren auf kulturellen Normen und weiblichen Schönheitsidealen, die den Frauen aufgezwungen werden.
Schönheits-OP’s im Intimbereich werden zur Normalität – und gleichzeitig wird immer mehr vom "Kampf gegen FGM“ gesprochen und geschrieben. Der Widerspruch könnte größer nicht sein.
Wir fragen uns: Wie kann eine Kultur, die selbst weit davon entfernt ist, die Natürlichkeit der weiblichen Anatomie in ihrer Vielfalt schätzen und zu erhalten anderen Kulturen Vorschriften machen wollen?
With (he)art against FGM ruft daher in Kooperation mit dem malaischen Sänger Bafing Kul und der Romanautorin Silke Porath Künstler und Literaten weltweit auf, sich zum Thema künstlerisch und philosophisch zu äußern.
Ziel unseres Projekts ist es, einen Beitrag zu leisten, um bestehende Tabus zu brechen und ein neues Bewusstsein für die weibliche Anatomie und Sexualität zu schaffen, damit unnötige Eingriffe am weiblichen Körper - ob in sterilen Krankenhäuser oder im afrikanischen Busch - bald der Vergangenheit angehören.
Folgende Punkten können thematisiert werden:
Rolle / Bild der Frau über die Jahrtausende und in unsere Zeit mit Hinblick auf die Zukunft, die Frau als Opfer oder Täter, (Ur)Ängste, Vorurteile, Unkenntnisse, Tabus rund um die weibliche Sexualität und Anatomie, die Frage, ob Freiwillig oder unter Zwang gehandelt wird, was Frauen dazu bringt, sich oder ihren Töchtern diese Tortur anzutun und welche Rolle spielen die Gesellschaft und die Medien?
Unter dem Motto „Eine ganze Frau – ohne Skalpell“ können bis 15. April Bilder (max. 70 x 100 cm), Skulpturen, Gedichte, Sachtexte, oder Kurzgeschichten eingereicht werden. Die Werke werden auf unserer Website und auf unserer offiziellen Facebook Seite in der Reihenfolge ihres Eintreffens ausgestellt, sofern sie den Kriterien entsprechen. Bitte senden Sie uns ein Bild von Ihrem Kunstwerk bzw. eine Textdatei zusammen mit einem Foto von Ihnen sowie der Anschrift und einer Kurzvita (max. 5 Zeilen) per Email an wettbewerb@with-heart-against-fgm.com .
Die Organisatoren behalten sich vor, Werke abzulehnen. Eine Begründung ist nicht notwendig. Arbeiten mit pornografischem, rassistischem oder diskriminierendem Inhalt werden vom Wettbewerb ausgeschlossen.
Es wird eine Vorauswahl durch das Publikum getroffen, die Endauswahl wird durch die Organisatoren getroffen. Die Gewinner werden mit einem Geldpreis ausgezeichnet, der abhängig ist von den eingehenden Sponsorenbeiträgen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
Unser Ziel ist es außerdem, mit Hilfe von Kooperationspartnern und Sponsoren einen Bildband mit ausgewählten Illustrationen und Texten aus beiden Wettbewerben zusammenzustellen, in dem auch die Gewinner-Texte und Bilder vom Projekt „Mein Körper gehört mir!“ präsentiert werden. Vor allem aber unterstützen wir Melodie du Monde.
With (he)art against FGM ist eine private Initiative bildender Künstler, Musiker und Literaten, initiiert von Isabel Henriques. Zum ersten Mal haben sich Künstler vieler Sparten zusammengeschlossen, um gegen diese Praktik zu demonstrieren und aufzuklären.
Seit Februar 2012 steht unsere Plattform Bafing Kul und seiner Organisation Melodie du Monde zur Verfügung. Melodie du Monde bekommt 5% der Einnahmen von unserem Onlineshop, als Unterstützung der Aufklärungskampagne in Afrika. Wir werden Bafing Kuls Projekte vorstellen und Verlosungen und Auktionen von Gemälde zu Gunsten seiner Organisation veranstalten.
Bafing Kul engagiert sich aktiv gegen FGM. Dies betrifft ca. 80% der Frauen in seinem Heimatland Mali. In seinen Liedern klagt er diese Missstände an. Bafing Kul lebt seit 2002 in Frankreich und ist Mitglied der CAMS (Kommission für die Abschaffung der weiblichen Genitalverstümmelung). Die berühmte Rechtsanwältin Linda Weil-Curiel ist auch dort Mitglied. Er klärt die Menschen in Europe über FGM durch Vorträge und seine Konzert auf und wird oft zu Diskussionsrunden zum Thema eingeladen, in Frankreich und auch in Afrika.
Seine Organisation Melodie du Monde entwickelt und fordert Kulturelle Aktivitäten im Dienste Humanitäre Zwecke. Der Sänger plant ein kulturelles Event in Mali mit Konzerten, Debatten, Filmen und Dokumentationen. Bafing Kul und seine Mitstreiter wollen die Menschen mit einem friedlichen Event sensibilisieren, denn in Mali ist FGM noch nicht verboten. Er arbeitet in Kooperation mit Organisationen aus Burkina Faso und dem Senegal.
Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit Bafing Kul.
Für weitere Fragen über unsere Kampagne, Projekte und Kooperationspartner stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Wir hoffen, Ihr Interesse geweckt zu haben und freuen uns auf Ihre Teilnahme!
Bafing Kul, Musiker und Menschenrechtsaktivist
http://www.bafingkul.com/
Isabel Henriques
Initiatorin / Koordinatorin
'With (he)art against FGM'
isabel-henriques@with-heart-against-fgm.com
www.with-heart-against-fgm.com
Silke Porath
Pressesprecherin
'With (he)art against FGM'
silke-porath@with-heart-against-fgm.com
www.silke-porath.de